13.02.2019

How to think about how you think

How to think about how you think. 

Physicality in martial arts practice is the most important aspect of your training, hands down. The countless hours you spend in the gym, drilling, sparring, preparing for fighting cannot be daydreamed. You have to do the work no matter what martial art you train in. Systema is no exception.
But how do you think about your martial art? Systema is not just a different way of moving, a different way of practicing a martial art, it is also a different way of thinking. For all the movement that is practiced in Systema, more than any other martial art I have practiced, movement is only One percent of the art. Ninety nine percent is philosophy. The way you think, the shape of your thoughts, the feelings they create are the heart of Systema. Literally how your consciousness shapes your movement, hides your intension, keens your senses and seamlessly translates thoughts into relaxed power are key. Understanding how to hack into your own neuromuscular consciousness to generate power is a unique skill set and the focus of my 2019 seminar series. From stand up to ground fighting, multiple attackers and weapons work this is series is not to be missed. See you on the floor.

Martin Wheeler.

23.01.2019

Sharon Friedman in Frankfurt

Einschreibung läuft !
Liebe Leute,

die Einschreibung für dieses Seminar kann für alle, die in Frankfurt trainieren, über das Schwarze Brett laufen. Ihr könnt die Seminargebühr auch direkt auf unser Konto überweisen, so spart Ihr die 2,50 € Transaktionsgebühr für den Shop.

Ich freue mich auf ein superspannendes Seminar mit Euch allen und auf zahlreiche Teilnejhmer!

Bis bald wieder im Training!
Thorsten

05.01.2019

Das Training beginnt wieder am Dienstag, den 8.1.

Das erste Systema Training im neuen Jahr findet statt am Dienstag, den 8. Januar 20.00 Uhr.

Andi wird das Training für den gesamten Monat Januar und Februar übernehmen, weil ich auf Fortbildung bin, immer Dienstags und Sonntags.

Aber ich bin in den nächsten zwei Monaten Mittwochs und Freitags präsent und voll motiviert!
Wer schon ein bisschen Systemapraxis hat, ist herzlich eingeladen zum Fortgeschrittenen Training für die nächsten zwei Monate. Dann sehe ich den einen oder anderen wenigstens ein paar mal ;)

Viel Spaß erst mal beim ersten Training im neuen Jahr - ich bin eigentlich richtig neidisch! Trainiere halt für mich allein, geht auch.

Herzlich, Thorsten


18.12.2018

Aikido und Systema. Miteinander bewegen und gegeneinander kämpfen



Ist es möglich,  beides zugleich zu trainieren? Und ist es auch sinnvoll?

Natürlich ist es möglich. Und es ist auch sinnvoll – vorausgesetzt, wir spielen das Eine nicht gegen das Andere aus. Wenn wir machen was wir lieben, dann ist es menschlich, die eigene Liebe „in den Himmel zu heben“. Doch andere Menschen lieben vielleicht etwas anderes. Zusammen ergibt das einen bunten Blumenstrauß. Was zählt, sind nicht die einzelnen Farben. Was zählt, ist die Liebe selbst.
Nun, als Aikido- und Systemalehrer liebe ich beides, Aikido und Systema. Deswegen will ich versuchen, die Profile dieser Kampfkünste kurz darzustellen und am Ende hervorheben, wie Aikido und Systema sich fruchtbar ergänzen, wie sie sich gegenseitig in einen  größeren kulturellen Orbit schießen.
Zum Aikido. Das Miteinander Bewegen, wie wir es im Aikido so lieben, ist kein Wert an und für sich – es ist eine Trainingsmethode. Wir bewegen uns nach den wesentlichen martialischen Regeln miteinander, um die „Aikido Melodie“ zu spielen zu lernen - das Kämpfen für eine gemeinsame Linie, für eine gemeinsame Lösung, für eine Kooperation mit dem Anderen. Der Mensch ist in seiner egoistischen und streitsüchtigen Art durchaus etwas, das überwunden werden muss (Nietzsche). Aikido soll dem Menschen helfen zu realisieren, dass wir alle eine Familie sind (Ueshiba). Aikido kämpft für eine bessere Welt, indem es der gemeinsamen Lösung des Konflikts stets eine deutlich höhere Priorität einräumt als dem Wohlgefühl der Einzelnen. Aikido ist für die Gruppe, für den Schwarm. Im Aikido freuen sich alle, wenn der Schwarm gut fliegt. Bewusstseinserweiterung  funktioniert über das Wir in der Zukunft. Die gemeinsame Linie, auf der sich viele wohl fühlen, heißt „Evolution“.
Zum Systema. Das Gegeneinander Kämpfen, wie es im Systema und noch deutlicher in allen sportlichen Disziplinen auftaucht, ist auch nur eine Trainingsmethode. Eine andere, keine schlechtere. Im Aikido gehen wir damit gerne gleich auf die nächsthöhere Ebene, den Kampf gegen sich selbst. „Du stehst dir selbst im Weg“,  „entspanne dich“ etc. – Doch obwohl wir im Systema gerne gegeneinander Bewegen und das auch regelmäßig trainieren, kämpfen wir doch auch immer für und nie gegen etwas. Systema kämpft für die Befreiung von Angst und Selbstmitleid. Systema ist für Gesundheit und für das Wahrnehmen von Verantwortung. Systema will die übergeordnete Intelligenz des gesamten Systems. Systema will „den Instinkt reiten“. Die Macht des eigenen Unterbewussten und die Organisation des Tagesbewusstseins. In der tieferen Ahnung, dass wir zurück müssen in der Zukunft, trainieren wir, um den Instinkten zu begegnen. Keine Abwendung von den primitiveren Ursprüngen, sondern die „Begegnung mit dem Drachen“.
Im modernen Aikido liegt Schlüssel zur Transformation sicher in der Wahrnehmung der Einzelnen als Gruppe. Schwarmintelligenz steht auf der nächsten Zündstufe der Rakete, die der Gründer Morihei Ueshiba im vergangenen Jahrhundert ins All geschossen hat. Wer weiß, vielleicht würde Ueshiba es heute so formulieren: Erst wenn die Menschheit sich nicht nur als eine Familie, sondern als ein Organismus, als eine sich selbst bewusste Spezies auf diesem Planeten wahrnimmt, erst dann wird Aikido seine Mission erfüllen. Eigentlich geht es im modernen Aikido um Bewusstseinserweiterung auf der Ebene von körperlichen Übungen mit anderen. Modernes Aikido ist progressiv, gemeinschaftsorientiert und visionär. Wir gehen im Aikido gemeinsam den Weg nach vorne.
Modernes Systema nimmt auf dieser Ebene den Gegenpol ein – es ist anarchisch, naturorientiert und konservativ. Systema verzichtet auf jegliche Verankerung in bestimmten Formen, Positionen oder Haltungen. Im Training wird weder im äußeren Raum noch im inneren Raum er-zählbare Wiederholung geübt, sondern von gleich sofort an erfahren 1. wie „kalt“ das Wasser ist,  2. dass ich mich in der Strömung dauerhaft nirgendwo festhalten kann und es 3. so etwas wie eine Lebensversicherung nicht gibt. Wohl aber merke ich sofort, wie sich mein eiliges  Verständnis von „gutem Leben“, „Frieden“ und „Gesundheit“, kurz von Qualität im Systema Training dramatisch verlangsamt. Wie mein „Zeitgefährt“ anhält, wie es langsam zurückrollt und sich im Dickicht der Schläge und dschungelhafter

Bewegungen schließlich zu verlieren scheint. Wenn ich nicht wirklich alles vergesse, was ich bisher über mich und die Welt zu wissen glaubte, komme ich hier nicht viel weiter. Im Systema Training gehst du definitiv den Weg zurück dorthin, wo du dir nichts mehr vormachst. Und du gehst alleine.
Legt man nun Aikido und Systema (so wie ich es unterrichte) übereinander, sehen wir schon, die Grenzen sind eher weich. Es ist wie beim Yin und Yangzeichen, beide Disziplinen integrieren auch die Kernqualitäten der jeweils anderen Art. Im Aikido gibt es den Atemi/Schlag, es das Konzept des Hier und Jetzt usw. - Und selbstverständlich gibt es im Systema auch Wiederholungen, zwar nicht in Form von festen Bewegungsabläufen, aber im regelmäßigen Anwenden von Bewegungskonzepten wie der aufrechten Haltung und das der Atem führt.
Wenn wir mit Abstand schauen, etwa wie vom Mond auf die Erde, dann sehen wir, wie Aikido und Systema eine klassische Polarität und ein kriegerisches „Magnetfeld“ bilden: Integrität, Haltung, nach außen gerichtete Grundspannung, Bewusstseinserweiterung und die Verbesserung unserer Beziehungsfähigkeit durch Aikido auf der einen Seite – Integrität, Haltung, nach innen gerichtete Grundspannung, tieferes Naturverständnis und die Rückgewinnung unserer natürlichen Wehrfähigkeit durch Systema auf der anderen Seite.
Aikido und Systema sind so fruchtbar in ihrer Beziehung zu- und miteinander, dass sich in meinem Kopf ein neues Wort geformt hat: Systaima. Im Erwachsenentraining Aikido unterrichte ich schon lange auch Systema (Grundlagen); genauso fließt immer auch meine Aikido Erfahrung ein, wenn ich Systema unterrichte (z.B. Kontaktarbeit). Systema im Aikido - Aikido im Systema. So fühlt es sich richtig an.
Doch wir sind noch nicht so weit, dass  Systaima eine neue Disziplin werden kann. Zu unterschiedlich sind  die Bedürfnisse der Aikido Leute und der Systema Leute im Dojo und auf meinen Lehrgängen. Die Leute, die sich auch sehr für den jeweils anderen Pol interessieren, sind in der Minderzahl. Und diese Leute haben ja – zumindest im Frankfurt Seishinkai – die geniale Möglichkeit, Natur und Kultur, Systema und Aikido zu gleichen Teilen zu trainieren!
Und wie schön, wenn wir alle zu einem besonderen Training zusammen kommen können! Zum Beispiel anlässlich des stillen Kerzentrainings am Freitag, den 21. Dezember.
Wir beginnen um 18.30 Uhr. Jeder taucht in den Klamotten auf, die ihm am angenehmsten sind. 45 Minuten aufregendes Schweigen, vielleicht  auch sinnlose Bewegung oder frustrierendes Stocken, Freude an der Direktheit des Kontakts – whatever happens, es ist okay.
Ein paar Regeln:
1.       Die Angriffe sind so, dass der andere damit auch irgendwie umgehen kann.
2.       Miteinander bewegen und Gegeneinander Bewegen – fifty fifty.
3.       Angriff und Verteidigung wechselt, wenn ein akustisches Signal gegeben wird.
4.       Die angebotene Technik ändert sich bei 2 x Klatschen.

Willkommen im Kerzentraining  2018! Willkommen zu unserem kleinen Versuch der Kommunion /
zum Miteinander sein über die alltäglichen Grenzen hinaus!